Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Wallenhorsts ist im Bericht der Fuldaer Mönche Rudolf und Meginhart über die „Translatio sancti Alexandri“ enthalten, über die „Übertragung der Gebeine des hl. Alexander“ von Rom nach Wildeshausen durch den Enkel Wittekinds, Graf Waltbert. Er wollte diese Reliquie in Wildeshausen in den Mittelpunkt gläubiger Verehrung stellen, um die christliche Lehre zu festigen und den Glauben neu zu beleben. Diese Reliquienübertragung fand im Jahre 851 statt. Die Erinnerung daran ist vor allem dadurch wachgehalten worden, daß man der Kirche den Namen des Märtyrers gab.

Ob zur Zeit der Reliquienübertragung schon eine Kirche vorhanden war, ist nicht gesichert. Der Sage nach erfolgte die Gründung der Kirche durch Karl den Großen, der nach dem Sieg über Wittekind den in Wallenhorst befindlichen Heidentempel zerstören ließ, um daraus eine Kirche zu bauen. Auf diese setzte er eine goldene Henne zum Zeichen, daß sie die übrigen Kirchen ausbrüten sollte.

Die Entstehungszeit der Sage ist nicht bekannt, aber die Henne ist mehr als 300 Jahre alt. Im Jahre 1711 erlaubte der Osnabrücker Weihbischof Johann Wilhelm Otto von Bronckhorst der Wallenhorster Pfarrgemeinde eine Kollekte im ganzen Bistum, um damit „ein neues Kreuz auf dasigem Kirchturm aufzurichten und die darauf als der ersten catholischen Kirchen in diesem Stift von Carolo Magno zu ewigem Gedächtniß aufgesetzte Henne zu vergülden…“ Deutlich ist hier der Bezug zur Gründungssage und damit zu Karl dem Großen.

In den Türsturz der 1767 neugeschaffenen Seitentür ließ Pastor Friedrich Goßmann einmeißeln: VNI DEO s. CAROLVS EX FANO SACRAVIT „Dem einzigen Gott hat der heilige Carl (diese Kirche) aus einem (heidnischen) Heiligtum geweiht“. Auch hier finden wir einen Hinweis auf Karl den Großen. Das Chronogramm weist die Jahreszahl 777 aus, während sich auf der Henne die Jahreszahl 772 befindet. Aus beiden Zeitangaben lassen sich keine Erkenntnisse über den ersten Kirchenbau ableiten.